Cool: das neue Year2018

Das alte Jahr schaut sehr verbraucht aus, wenn man aus dem Fenster schaut. Angegraut. Trüb. Abgenutzt. Nicht mehr das neueste Modell. Zeit, ein neues anzuschaffen: das Year2018. Die Bedienungsanleitung liest sich vielversprechend, es gibt neue Tools, z. B. eine intelligente Wohnortswechselfunktion und den integrierten Problemverschiebemodus. Auch beim Design hat sich viel verbessert  – das Year2018 ist noch flacher, sonniger, wertiger, und es liegt in der Hand wie ein Fliegengewicht. Natürlich hat das alles seinen Preis. Aber dafür kann man das neue Year mit 0 % Zinsen in zwölf Raten abbezahlen. Die Bestellung ist schon unterwegs und heute Nacht wird es … Cool: das neue Year2018 weiterlesen

Die Jäger

Als Rio sie auf der Straße sah, wusste er, die isses. Er folgte ihr unauffällig in den Supermarkt, zur Post, und als sie in einen Hauseingang schwenkte, schoss er vor. „Kann ich helfen?“, fragte er und lächelte. „Hmm, und wat soll dit kosten?“ fragte sie und kramte in ihrer Handtasche nach dem Schlüssel. Natürlich nüschte,“ protestierte Rio. Helga musterte ihn. „Na, weil Weihnachten is,“ sagte sie und ihr Mund verzog sich kurz zu einem Lächeln. Sie schloss die Tür auf. Rio nahm die schweren Einkaufstaschen, die sie auf dem Boden abgestellt hatte und tänzelte die Treppe nach oben. „Welche Etage?“ … Die Jäger weiterlesen

Die Wohnung

  Sie war von Anfang an eine Nummer zu groß, zu mondän, zu neu, zu einfach alles. Die Wohnung in dem 90er-Jahre-Bau hatte ein Bad mit Marmorfliesen, die ich hässlich fand. Der Teppich war aschgrau in allen Zimmern, sogar im Flur, und in der Küche dominierte eine weiße Einbauküche, auf grauen Fliesen – leer hatte die Wohnung eher wie ein Büro ausgesehen. Und sie war eigentlich zu teuer. Dennoch zogen wir ein. Die Lage neben der schönsten Schwimmhalle der Stadt unweit der Museumsinsel hatte uns überzeugt, und da sie sich in der obersten Etage befand, konnten wir weit über die … Die Wohnung weiterlesen

Welten

Am Wochenende war ich in Sachsen-Anhalt, kleines Städtchen, die Bäckerei macht am Samstag um 11 zu, das einzige Café serviert Kännchen Kaffee. W-LAN? Never. Es war wie ein Ausflug in die 70er , wenn nicht die schwallweise einfallenden jungen Leute gewesen wären, die den Altersdurchschnitt des Städtchens mit ihrer Anwesenheit bei Lidl, Penny  und Aldi (wg. Wein im TetraPak, Bier)  erheblich senkten. Das Gewummer in der Nacht und am Tag wies den Weg. Ein Festival ganz in der Nähe sorgte für das Aufeinanderprallen von Welten. Hier die junge Crowd in bunten Kleidern und Glitzer im Gesicht, dort die beigefarbene Bürgerschaft … Welten weiterlesen