Die Tage lösen sich in Luft auf, Stunden verschwinden, Minuten einfach fort, war nicht eben erst Weihnachten? Mit Fotos versuchen wir verzweifelt von der dahinrinnenden Zeit ein bisschen einzufangen, bevor keiner mehr weiß, was da war, vor einer Woche oder einem Jahr. Was war denn da? So könnte es gewesen sein: die Luft ein fliederner Pollentanz, duftend der Kuckucksruf im Dämmern des heranschleichenden Morgens, der ein Blinzeln später im Mittagsschläfchen mündet, wo noch soeben kochendes Spaghettiwasser den Zenit des Tages krönte. Nachmittags mit dem Hund oder dem Kind spazieren, einkaufen oder mal wieder die Ausdauer trainieren, vor allem aber Geld verdienen. So verstreichen wir die Zeit auf großen Stullen, am Abend flackern Filme, der Mond nimmt verlässlich zu- oder ab und zieht mit den Sternen um die Häuser. So ist der Tag, ganz schön und plötzlich vorbei. Die Woche, das Jahr, ein Weg, markiert von Arbeitsabläufen, Tatortabenden, Kochsendungen, Staubmausjagden, Nachrichtenflüssen, Geistesblitzen. Neue Falten auf der Haut ähneln Jahresringen – erworben im Vorüberleben. Angenehm geräuschlos, so ungefährlich wie ereignislos.

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