Kein Zettel, kein Stift

Ich hatte, ich wollte. Als ich. War ich? In den engen Gassen der Altstadt von Jerusalem ohne Stift und Schreibblock. Tränen in den Augen, ein paar rollen noch die Wangen hinab. Ergriffen von der Heiligkeit des Ortes, traurig wegen der vielen Gräben, die hier zu spüren sind. Kein Stift, nicht mal ein Zettel! Das war der Tiefpunkt meines Seins als Schriftstellerin. So weit weg von allem, was mich bisher ausgemacht. Ausgemacht? Wer hatte den Schalter betätigt? Ich fand eine alte Quittung, lieh mir einen Stift. Und dann ging es wieder bergauf? Ich hatte es fest vor. Ich wollte es versuchen. … Kein Zettel, kein Stift weiterlesen

Ende gut

Als die Wohnung endlich ihr Leichentuch aus frischer Farbe trug, waren wir den Tränen nah. 14 Jahre ein Zuhause, jetzt tot und kalt wie ein Tiefkühlfisch. Als der Vermieter kam, konnte die Beerdigung beginnen. Wir lauschten ergriffen dem Übergabeprotokoll. Den Leichenschmaus nahmen wir beim Syrer an der Ecke. “ Hoffentlich müssen Sie nicht auch bald hier raus,“ sprach die Tochter zum Besitzer und er lächelte freundlich. Sicherlich hatte er nicht verstanden, was uns auf dem Herzen lag. Düster betrachteten wir die herannahende Dämmerung über der Torstraße und tranken schwarzen Tee. So ging das Jahr zu Ende. Und wir fuhren voller … Ende gut weiterlesen